Wer zum Teufel ist Gerty?

für Sopran, Tenor, 2 Schauspieler und großes Ensemble

Legende / explanation of symbols

UA: Taschenopernfestival Salzburg 2011 (klang21), Arge Kultur
Regie: Thierry Bruehl
Sänger: Katharina Schwarz, Alexej Kokahnov
Schauspieler: Constanze Passin, Thomas Hupfer
Ensemble: OENM


Basierend auf einem Textauszug aus Ulysses von James Joyce handelt Wer zum Teufel ist Gerty? von der Annäherung zwei sich fremder Menschen, die sich in einem erotischen Spiel aus der Distanz nur über ihre eigenen Gedanken und Assoziationen verständigen. Es findet zwar eine Kommunikation statt, die jedoch nur auf eigenen Annahmen und projizierten Bildern auf das Gegenüber beruht. Die beiden Hauptdarsteller Gerty Mc Dowell und Leopold Bloom befinden sich nach Joyce an zwei gegenüberliegenden Enden von einem Strand, in dessen Nähe eine Kirche zu sehen ist, die immer wieder als Schatten der Anständigkeit und des Katholizismus in die Monologe einfließt.

Experimentelles MusiktheaterWer zum Teufel ist Gerty? ist ein Musiktheater, das sich musikalisch auf die Verbindung von Sprache und Musik konzentriert. Die bei Joyce hier entscheidende bogenförmige Dramaturgie der Sprache wird auf die Musik insofern übertragen, dass mithilfe der Instrumente eine fließende Intensivierung sprachlicher Floskeln vorgenommen wird, die als Resultat der Übertragung der sprachlichen Gestik zu verstehen sind.

Somit werden die Instrumente im ersten Teil als Objekte der Begierde, im zweiten Teil als Objekte erloschener Begierde behandelt. Zu Beginn des Stückes verkörpern alle Künstler Sprache und erst nach und nach werden die Rollen Ensemble-Sänger-Schauspieler deutlich. Die Sänger bilden jeweils das Verbindungsglied zwischen Ensemble und Schauspielern und changieren zwischen diesen beiden Polen. Die Musik muss somit bei Beginn wie Sprache gedacht sein, die Sprache muss gleichermaßen als musikalisch gedachte Linie erscheinen.