Sweetheart, Goodbye!

für Stimme, Klarinette, Trompete, Horn, Posaune, Klavier, Schlagwerk, Violoncello, Kontrabass, Monolautsprecher & Samplepad

Sweetheart Goodby für Stimme und Ensemble
foto: Stefan Pieper

 

UA: 27.04.2012 Wittener Tage für Neue Kammermusik
Stimme: Nicola Gründel
Ensemble: Asko/Schönberg Ensemble
Dirigent: Reinbert de Leeuw
Dauer der Originalfassung: 12:20 min
Dauer der Neufassung (noch nicht aufgeführt): 14:00 min

Über Sweetheart, Goodbye!

In Sweetheart, Goodbye! habe ich meine Idee, Emotion als musikalisches Material zu verwenden, noch radikaler angewendet als bei „Wer zum Teufel ist Gerty?“ und zur Grundlage eines neuen Stückes gemacht.
Basierend auf einem Kapitel des Ulysses von James Joyce, in dem Erzählstrang und Figuren nach musikalischen Formen angeordnet sind entstand in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Thierry Bruehl ein Text, der von der Schauspielerin Nicola Gründel gesprochen und gespielt wurde. Zudem entwickelte ich als Resultat der Sprache ein emotionales Material (Laute, die parallel zur Sprache aus dem Monolautsprecher erklingen) und ein Ensemblepart, der als drittes Glied in dieser Kette die isolierte Emotion auf verschiedenste Weisen transkribiert.

Dass ich dabei auf jede Form von melodischer Linie verzichten musste entdeckte ich erst, als ich sie bewusst einsetzte. Das Spiel mit Emotionen als Material, ist wie ein Spiel mit dem Feuer. Und ebendies ist die Geschichte von Sweetheart Goodbye!

Auszug der Kritik von Petra Hedler, Positionen:

„[…] Einprägsame Kontrapunkte setzten zwei Komponistinnen aus dem Umkreis der Kölner Musikhochschule. Der Wittener Debütantin Brigitta Muntendorf geht es nur vordergründig um Abbildung, wenn sie in Sweetheart, Goodbye! die Schauspielerin Nicola Gründel mit mal verruchter, mal spöttischer, mald fordernder, mal lockender Stimme Texte aus dem Ulysses vortragen lässt. Indem sie Gefühl und Inhalt entkoppelt und die Instrumente Emotionen als musikalisches Material aufgreifen, umspielen und weiterspinnen lässt, gelingt ihr ein fesselndes doppelbödiges Spiel aus unmittelbarer Erotik und musikalischer Eigengesetzlichkeit[…].