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ARCHIPEL (2020/21)

Ein Spektakel der Vermischungen / a Spectacle of Blending.

for 13 musicians, 10 dancers, choir and live electronics


Künstlerische Leitung, Konzept, Komposition: Brigitta Muntendorf Künstlerische Leitung, Konzept, Choreografie: Stephanie Thiersch
Architektur: Sou Fujimoto
Dramaturgie: Stawrula Panagiotaki, Juliane Votteler
Musikalische Leitung: Mariano Chiacchiarini
Lichtdesign: Begoña Garcia Navas
Klangregie: Sebastian Schottke

Live-Elektronik / Programmierung: Maximiliano Estudies
Kostüme: Sita Messer, Lauren Steel
Videogestaltung: Warped Type
Choreografische Assistenz: Marcela Ruíz Quintero
Musikalische Assistenz: Nicolas Berge
Produktionsleitung: Harriet Lesch, littlebit GbR
Produktion: Sarah Heinrich
Technische Leitung: Gerhard Pichler
Bühnenkonstruktion: Studio Hamburg

Ensemble Garage:
Carola Schaal, Klarinetten
Pablo Giw, Trompete 
Till Künkler, Posaune
Yuka Ohta, Perkussion
Jonathan Shapiro, Perkussion
Joss Turnbull, Perkussion
Moritz Baerens, Kontrabass 

Asasello Quartett:
Rostislav Kozhevnikov, 1. Violine
Barbara Streil, 2. Violine
Teemu Myöhänen, Cello
Justyna Śliwa, Viola

Det Norske Solistkor / The Norwegian Soloists’ Choir
Probenleitung Chor: Grete Pedersen

MOUVOIR:
Fabien Almakiewicz
Neus Barcons Roca
Alexis „Maca“ Fernández
Julien Ferranti
Kelvin Kilonzo
Gyung Moo Kim
Margaux Marielle-Tréhoüart
Alexandra Naudet
Camille Revol
Joel Suárez Gómez

Die Natur ist ein Artefakt geworden, Menschen und Pflanzen haben sich verschwistert und sind eine neue provokante Form eingegangen. Nach dem Ende der Zurichtung der Welt, wie wir sie kannten, wird das neuhumanoide Dasein zutage treten und in einem Archipel der Möglichkeiten seine Kräfte ertasten: unsichtbare biologische Verflechtungen und Symbiosen, in denen Blutsverwandtschaft und Reproduktion der menschlichen Spezies der Vergangenheit angehören. Elektrisierte Wesen bilden hybride, raumerfassende und tentakelhafte Schnittstellen. Sie folgen einer Sensorik der Unruhe, bereit, sich zu transformieren. Architektur, Tanz und Musik nehmen diese Vision auf und gehen in ARCHIPEL eine vollkommen neue Allianz ein:
Die vom japanischen Architekten Sou Fujimoto geschaffene Skulptur ist nicht nur Bühne, Landschaft und Schutzraum, sie ist auch Musikinstrument, dessen Klänge Tänzer:innen und Musiker:innen gemeinsam hervorrufen, aufnehmen und weiterspinnen. Die Choreografie von Stephanie Thiersch und die Musik von Brigitta Muntendorf arbeiten mit der Vermischung der Genres auf der Suche nach Verständigung. Wir alle sind verbunden.


ARCHIPEL ist eine musikalisch-choreografische Performance des Künstlerinnenteams Brigitta Muntendorf (Komposition) und Stephanie Thiersch (Choreografie), in deren Zentrum eine architektonische Landschaft des japanischen Architekten Sou Fujimoto steht, die die besondere Eigenschaft besitzt, selbst Klangkörper und Bühne zu sein.

Zugrunde liegt dem die sowohl gesellschaftspolitisch als auch ökologisch provokante wie revolutionäre These „Making kin. Not babies.“ der Biologin, Wissenschafts- und Geschlechterforscherin Donna Haraway. In ihrem Buch „Staying with the trouble“ („Unruhig bleiben“) entwirft sie eine Gesellschaft von Zukunftswesen, die sich auf produktive und eigensinnige Art mit Tieren, Pflanzen, Korallen und Bakterien verwandt machen und der Herausbildung und Weiterentwicklung von Sinnesrezeptoren und Wahrnehmungsapparaten statt der Vermehrung folgen und so den Verwandtschaftsbegriff im Sinne der Zugewandtheit über familiäre, ideologische oder regionale Grenzen hinweg erweitern.

Im Zentrum von ARCHIPEL steht ein Kunstbegriff, der Synästhetik und Transdisziplinarität in den Fokus rückt. Was geschieht, wenn sich eine futuristisch-organische Architektur mit der Erzeugung von Klang, Musik auseinandersetzt, wenn Tanz zum Generator von Klängen wird und sein Raum in der Architektur eine konstante Herausforderung erfährt, den die Musik wiederum transformiert? Inwieweit kann die Installation von Fujimoto wie Fragen nach Ressourceneinsatz aufgreifen, das Verschieben von Grenzen beleben oder die simultane Erfahrung von „hier“ und „dort“ ermöglichen? Die Darsteller:innen treten mit allen Genres in den Dialog und fordern sich gegenseitig soweit heraus, dass ihre „Sprachen“ und ihr „Lebensraum“ auf der Skulptur Sinnumwidmungen, Wiederverwendbarkeit und Zweckentfremdung hervorrufen. Im gemeinschaftlichen Prozess entsteht die künstlerische Sprache durch Performer:innen und Musiker:innen: Von utopischen, empathischen und hierarchielosen Vergemeinschaftungen über Formen von Gruppenregulierungen, Abspaltungen und Vereinsamungen bis hin zu dystopischen Vereinigungen sucht ARCHIPEL nach Zeremonien radikaler Verschwisterung.


Produziert von Ensemble Garage e.V. und MOUVOIR e.V.

Koproduziert von Ruhrtriennale und Ultima – Oslo Contemporary Music Festival. In Kooperation mit tanzhaus nrw. Unterstützt von Zentrum für Zeitgenössischen Tanz, Hochschule für Musik und Tanz Köln

Gefördert durch BTHVN2020 – aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises; Kunststiftung NRW; RheinEnergieStiftung Kultur

MOUVOIR / Stephanie Thiersch erhält die Exzellenzförderung des Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die Konzeptionsförderung des Kulturamt der Stadt Köln.

Ensemble Garage wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Det Norske Solistkor / The Norwegian Soloists’ Choir wird gefördert vom Norwegischen Ministerium für Kultur.